Mit 16 Jahren konnte ich als freier Jugendredakteur der Süddeutschen Zeitung den OB-Wahlkampf 1994 begleiten, an dessen Ende mein Vorgänger, Dieter Thalhammer, seine erste Amtszeit antrat und damit Nachfolger von Oberbürgermeister Adolf Schäfer wurde. Damals war ich regelmäßiger Teilnehmer des überparteilichen Jugenstammtisches und gewann Interesse an der Politik. Ein Jahr später trat ich der Jungen Union bei und Dank der motivierenden und freundlichen Art des damaligen Vorsitzenden, wuchs mein Interesse, sodass ich in Folge zum stellvertretenden und dann zum Vorsitzenden der Jungen Union Freising aufstieg. Letztere Position hatte ich inne, als der Kommunalwahlkampf 2002 bevorstand. Zum damaligen Zeitpunkt war Hubert Hierl Vorsitzender der CSU in Freising und ein großer Unterstützer der Jugend, was mir einen Listenplatz (Platz 7) auf der Stadtratsliste mit der Chance auf ein Mandat bescherte.
Nach einem Wahlkampf, in welchem ich als damals 24 Jähriger an den Haustüren der Freisinger klingelputzen ging und mich vorstellte, gelang es mir in den Stadtrat einzuziehen.
2008, als ich in der Diskussion um die Listenplätze freiwillig weiter hinten aufgestellt wurde (Platz 9), wurde ich jedoch bei der Wahl mit einem überwältigendem Ergebnis von den Freisingern auf Platz 1 vorgewählt.
Auch, wenn ich mir vorher keine Gedanken gemacht hatte, hauptberuflich in die Politik zu gehen, war das zumindest ein Ergebnis, über das man nachdenken musste.
So kam es, dass ich dann als Fraktionsvorsitzender von diesem Moment an zeitgleich mit meinem Kollegen Rudi Schwaiger, der ab 2008 den Posten des zweiten Bürgermeisters bekleidete, als potentielle Kandidaten für die Wahl 2012 feststand.
In dieser Folge kam es zu einem vierjährigen innerparteilichen Aufreiben, da wir zwei Kandidaten permament mit Blick auf die OB-Wahl betrachtet wurden und in der Folge kam es schließlich zu einem Bruch innerhalb der CSU, die ich in der Folge verlassen habe. Nachdem mir einige Kolleginnen und Kollegen gefolgt sind, gründeten wir die Freisinger Mitte, als unabhängige Wählervereinigung und bekamen schon bald regen Zulauf von Menschen, die parteiunabhängig Politik vor Ort machen wollten.
Im März 2012 wählten mich die Freisinger Bürgerinnen und Bürger in einer Stichwahl mit Sebastian Habermeyer (Grüne) zum Oberbürgermeister - ein Amt, das ich am 1. Mai 2012 antrat. Die erste Amtszeit war aus Harmonisierungsgründen mit der allgemeinen Kommiunalwahl auf 8 Jahre angelegt. 2020 folgte die Wiederwahl im ersten Wahlgang mit über 65 %, obwohl sechs Gegenkandidatinnen und -kandidaten gegen mich antraten. Meine Gruppierung, die Freisinger Mitte stellt seit der Kommunalwahl 2014 die stärkste Fraktion im Stadtrat. Gemeinsam, auch mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen, konnten wir sehr viel bewegen und die FSM konnte sich als eine treibende Kraft in der Freisinger Kommunalpolitik etablieren.
Unter den zahlreichen Projekten, die wir in der noch kurzen Geschichte der Freisinger Mitte verwirklichen konnten befinden sich praktisch sämtliche Großprojekte der letzten 50 Jahre, die bis dahin auf ihre Umsetzung harrten.
Stadtentwicklung, Planen und Bauen waren von Beginn an zentrale Schwerpunkte meiner Arbeit als Oberbürgermeister. Seit dieser Amtsperiode bin ich zudem Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses beim Bayerischen Städtetag sowie des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt beim Deutschen Städte- und Gemeindebund.